Finnland 2015 - Tag 14
von Astrid
Unglaublich, dass heute schon unser letzter Urlaubstag war. Morgens besuchten wir erstmal das Frühstücksbuffet im Village-Restaurant, dass den gewohnten finnischen Frühstücksbuffet-Standard bot, wenn wir auch rein qualitativ von den bisherigen Buffets begeisterter waren. Leider war das Porridge schon leer und wurde auch nicht nachgeliefert. Ansonsten gab es wie immer verschiedene Brotsorten, Hartkäse und Wurst, Joghurt, Müsli, Marmelade und Honig. Zu Davids Freude gab es diesmal auch Waffeln, die man sich frisch backen konnte. Und immerhin saßen wir direkt neben einem geschmückten und beleuchteten Weihnachtsbaum.
Da es nach dem Frühstück gerade nicht regnete, beschlossen wir, erstmal eine kurze Foto-Session im Weihnachtsmanndorf einzulegen, da für den Nachmittag Starkregen angesagt war. Wir fotografierten zuerst das Polarkreisschild an der Hauptstraße, auch keine Minute zu früh, denn dann wurde der Platz um das Schild von den Organisatoren des Santa Future's Cup belegt, die hier an diesem Wochenende eine Autorallye veranstalteten. Wir liefen zum Dorf und brachten erstmal unsere gestern geschriebene Weihnachtspost ins Main Post Office, dann fotografierten wir rund um den im Dorf markierten Arctic Circle.
Nachdem die Fotosession abgeschlossen war, fuhren wir in die Stadt ins Arktikum. Inzwischen regnete es auch, sodass wir im Santa-Dorf nichts verpassten. Im Arktikum war wenig Betrieb; leider wurde uns an der Kasse von den deutschen Audioguides abgeraten, da es damit viele Probleme gebe. Wir taperten also los und sahen uns erst einmal die Ausstellung des Arktikums über die arktische Flora und Fauna einschließlich der dort lebenden Menschen an. Die Texte waren jeweils auch auf Englisch zu lesen, sodass wir trotz des fehlenden Audioguides folgen konnten. Leider blieben die Informationen über Tierwelt, Klima und Kulturen der arktischen Völker oft sehr oberflächlich, sodass wir schon fast enttäuscht waren. Unsere Stimmung hob sich, als wir die Ausstellung des lappländischen Regionalmuseums besuchten, die sich ebenfalls im Arktikum befindet. Diese war deutlich ansprechender gestaltet und informierte in vier Sprachen, darunter auch Deutsch, über die Lebensweise der Menschen und die Geschichte Lapplands. Interessant war hier insbesondere ein Abschnitt über den Zweiten Weltkrieg in Finnland im allgemeinen und Lappland im Besonderen. Hierüber wussten wir vor der Reise gar nichts und waren bisher aus den Informationen auch nicht schlau geworden, welche Rolle die Finnen hier so gespielt hatten. Thematisch passend dazu war die Sonderausstellung des Regionalmuseums über deutsche Soldaten in Lappland im zweiten Weltkrieg. Hier wurden nicht nur die Schattenseiten beleuchtet, die die Präsenz der Wehrmacht hatte, sondern auch schlicht darüber informiert, wie man mit den Soldaten interagierte, Handel trieb und schließlich auch Freundschaften schloss. Schön fanden wir, dass dies nicht eine der üblichen Schwarz-Weiß-Ausstellungen war.
Schließlich hatten wir im Arktikum alles gesehen. Die Architektur des Arktikums ist übrigens wirklich ansprechend. Die Ausstellungsräume, die tatsächlich durch Türen abgeschlossen sind, sind sämtlich um einen verglasten hohen Gang gruppiert. Sicherlich schafft insbesondere das Vorhandensein der Türen in betriebsamen Zeiten etwas mehr Ruhe, weil nicht aller Lärm durchs ganze Museum hallt.
Wir verließen das Arktikum, um zurück zum Holiday Village zu fahren, wo wir einen Tee trinken und etwas essen wollten. Auf dem Rückweg zum Auto entdeckten wir dann auf einmal einen PKW aus Bochum mit einem Aufkleber CDM Smith. Wir fotografierten das Auto und appten Anja, die uns später bestätigte, dass es sich hierbei um das Auto ihres IT-Chefs handele, der auch gerade in Finnland Urlaub machte. Die Welt ist ziemlich klein.
Zurück im Holiday Village stärkten wir uns mit den Resten unserer Einkäufe und tranken Tee. Anschließend schlenderten wir noch einmal durch die Souvenirmeile im Weihnachtsmanndorf, wo wir diverse Souvenirs erwarben. Es gab eine Jacke für Astrid, T-Shirts für David und Christoph und diversen weihnachtlichen Kleinkram. Nach dem Souvenir-Shopping fuhren wir in die Stadt, wo wir – da es immer noch regnete – erst noch einmal das Einkaufszentrum von gestern inspizierten. Schließlich war gestern schon fast alles geschlossen gewesen. Wir stellten aber fest, dass wir dort auch nicht so viel verpasst hatten. Im Alko neben dem K Market erwarben wir eine Flasche Salmiakki, die wir mit nach Hause nehmen wollen. Nachdem wir den Salmiakki im Auto abgeladen hatten, marschierten wir noch ein wenig durch die Stadt, wobei wir uns eigentlich von Center zu Laden zu Center hangelten, denn es regnete jetzt ergiebig und anhaltend.
Nachdem wir alles gesehen hatten, kehrten wir in die Pizzeria Martina ein, die wir gestern schon ausfindig gemacht hatten. Als Abschiedsessen in Finnland erschien uns Pizza irgendwie passend, weil die stets sehr lecker geschmeckt hatte und sehr beliebt zu sein schien. Auch heute war es wieder lecker. Im Preis inbegriffen war auch heute – wie gestern – das Salatbuffet.
Nach dem Essen ging es zielstrebig zurück zum Auto und dann zurück zum Dorf, wobei wir uns erstmal noch verfuhren, was aber dazu führte, dass wir noch schnell die beiden Brücken überquerten, die den Fluss überspannen. Vor allem die modernere der beiden ist schon ganz nett und beinahe eine Sehenswürdigkeit. Jetzt hatten wir auch wirklich alles gesehen. Wir fuhren zurück zum Dorf, wo wir gegenüber an der Tankstelle das Auto wieder volltankten. Da der Flughafen sehr nahe dem Weihnachtsmanndorf gelegen ist, war vor der Fahrzeugrückgabe mit vollem Tank kein weiterer Stopp erforderlich. Anschließend stürmten wir tatsächlich noch einmal den Souvenirshop der Rezeption, wo Christoph noch ein T-Shirt und David einen Pullover erwarb und natürlich gab es weiteren diversen Kleinkram.
Jetzt hieß es erst einmal packen, damit sichergestellt war, dass auch wirklich alles in die Taschen passte. Anschließend liefen wir noch einmal zum Weihnachtsmanndorf, da wir darauf hofften, dass die weihnachtliche Beleuchtung nun eingeschaltet war. Leider war sie das nicht und wir stapften durch den Regen wieder zurück. Da das Wetter so ungemütlich war, beschlossen wir, noch einen Saunagang einzulegen. Also heizten wir die Sauna an und ließen den Abend gemütlich ausklingen. Wir leerten den letzten Cider und den restlichen Salmiakki aus Kuusamo und tranken auf eine gelungene Reise. Wir sind sicher, dass wir nicht zum letzten Mal in Finnland gewesen sind. Land und Leute sind sehr sympathisch und auf jeden Fall eine Reise wert!
Kommentar von Elchi |
Wow, was für ein tolles Foto! Das ist ja noch besser als in den Erzählungen :)
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