Finnland 2015 - Tag 3

von Astrid

Auf der Küstenstraße von Helsinki nach Naantali

Wie gestern geplant begannen wir den heutigen Tag bei wiederum strahlend blauem Himmel mit einem Frühstück in der Markthalle am Kauppatori, die gestern geschlossen war. Wir waren überrascht und begeistert von dem schönen Innenraum der auch außen durchaus sehenswerten Halle, die mit ihrem Baustil allerdings inzwischen im Hafen recht allein dasteht. Innen waren lauter holzverkleidete Lädchen, davon auch einige Cafes, die bereits geöffnet hatten. Wir entschieden uns für das uns inzwischen bekannte Robert's Coffee und starteten mit Kaffee, Tee, Brötchen und Cinnamon Rolls in den Tag. Besser hätte es im Cafe Ekberg auch nicht sein können.

Auf dem Rückweg zum Hotel stürmten wir dann auch noch einen kleinen Supermarkt, der heute auch endlich geöffnet war, um noch ein wenig Proviant für die Reise und Wasser einzukaufen. Auch die Preise des kleinen Supermarktes lagen oberhalb unserer Supermarktpreise, aber längst nicht so stark wie die Restaurantpreise. Nach dem Supermarktbesuch sammelten wir im Hotel unsere Sachen zusammen, checkten bei der heute anwesenden Rezeptionistin aus und machten uns auf den Weg nach Naantali. Wie im Reiseführer angepriesen entschieden wir uns gegen die Autobahn und für die Küstenstraße mit einem Abstecher nach Hanko, der südlichsten Stadt Finnlands. Der Verkehr in Helsinki war heute am Montag morgen dicht, sodass uns die Abreise aus Helsinki noch einige Nerven kostete, wie es in jeder fremden Großstadt so ist, aber dann waren wir auf der Küstenstraße.

Dass der Weg über die Küstenstraße und der Abstecher nach Hanko wirklich zu den touristischen Highlights Finnlands gehören, können wir nicht so bestätigen. Auf der Küstenstraße sah man ziemlich wenig von der Küste, da die Straße meist von dichten Bäumen gesäumt war. Der Ort Hanko war dann auch längst nicht so idyllisch wie wir uns das vorgestellt hatten. Zwar hat Hanko ein oder zwei nette Straßenzüge mit Holzhäuschen und auch die Küste mit den Schären und einem kleinen Strand waren ganz nett anzusehen. Aber der Ort wird doch eher dominiert von einem großen Industriehafen, von dem aus Güter von und nach Deutschland verschifft werden. Zur Orientierung für die LKW-Fahrer waren jedenfalls Rostock und Lübeck schon auf den Straßenschildern beschildert, was uns irgendwie unwirklich erschien. Das Highlight des Ortes ist definitiv der Wasserturm, den man im August in der Zeit von 13 bis 16 Uhr auch besteigen kann. Das heißt, es fährt schon ein Aufzug, man muss nicht über Treppen steigen. Für zwei Euro pro Person genießt man dann von oben den schönen Ausblick über die Schärenwelt. Schwierig gestaltete sich in Hanko auch die Suche nach einem Cafe, denn offenbar hatten viele Läden bereits zum Saisonende geschlossen. Schließlich fanden wir ein kleines Cafe in der Nähe eines Supermarktes, aber von Kaffeetrinken mit Blick auf die Ostsee, wie wir uns das vorgestellt hatten, konnte hier keine Rede sein. Möglicherweise ist Hanko in der finnischen Hochsaison, die Mitte August aber bereits beendet ist, attraktiver. Wir fanden den doch recht langwierigen Abstecher allein um diesen Ort zu besichtigen, im Nachhinein nicht lohnenswert. Wer allerdings an geographischen Extrempunkten interessiert ist, für den sei erwähnt, dass es sich immerhin um den südlichsten Punkt Finnlands handelt.

 

Etwas ernüchtert traten wir die Weiterfahrt nach Naantali an, wo wir gegen 17:00 Uhr ankamen. Das Fahren gestaltete sich bei Tempo 80 – 100 auf Landstraßen und 120 auf Autobahnen recht gemütlich, wobei Finnland nicht über ein Autobahnnetz verfügt, wie wir es aus Deutschland kennen. Die wenigen Autobahnkilometer befinden sich im Süden rund um die größeren Städte des Landes; den Rest der Zeit ist man auf Landstraßen mit Tempo 80-100 unterwegs. Diese sollte man auch unbedingt einhalten, denn Blitzgeräte sind reichlich aufgestellt. Bei der Streckenplanung sollte man ebenfalls berücksichtigen, dass man nicht mit besonders hohem Tempo vorwärts kommt. Dafür führt der Weg häufig durch idyllische Landschaften und Örtchen. Bei einer Rundreise ist schließlich auch irgendwie der Weg das Ziel und so genossen wir im Laufe der zwei Wochen immer mehr unser langsames Reisetempo.

In Naantali wurden wir nun für die Enttäuschung des Vormittages deutlich entschädigt. Zunächst waren wir schon von unserem Hotel Amandis begeistert, das direkt am kleinen Yachthafen gelegen ist und aus mehreren Holzgebäuden besteht. Wir bewohnen zwei nebeneinander gelegene Appartments, die ziemlich klein, aber gemütlich sind und von deren Veranda wir zumindest zwischen den weiteren Gebäuden durch auf den Yachthafen blicken können. Das ebenfalls zum Hotel gehörende Cafe war bei unserer Ankunft noch sehr gut besucht. Nach einer kurzen Pause machten wir uns auf den Weg in den Ort und entdeckten hier die Idylle, die wir auch von Hanko erhofft hatten. Der Ort besteht aus vielen Holzhäusern mit netten kleinen Läden, Restaurants und Cafes. Bei bestem Wetter genossen wir einen ersten Rundgang und entschieden uns dann für ein Abendessen in einem Pub, der auch Pizza servierte. Dass Naantali längst nicht so ein internationales Publikum hat wie Helsinki erfuhren wir jetzt auch, denn wir kämpften erstmal mit der auf Finnisch und Schwedisch verfassten Speisekarte. Geduldig übersetzte die Bedienung für uns. Schließlich gelang es uns aber, Pizza und Cola für insgesamt 50 € zu bestellen. Unnötig zu erwähnen, dass hier wieder alles ziemlich teuer war. Insgesamt scheint der Ort auch durchaus gehobenere Gesellschaft anzuziehen. Die Restaurantgäste trugen mehr Schmuck und weniger Shorts und insgesamt schien man hier mehr Wert auf seine äußere Erscheinung zu legen. Da passten wir in unseren verschwitzten T-Shirts und Zip-Hosen nicht so ganz rein, was uns aber egal war. Die Pizza schmeckte jedenfalls hervorragend und wir kehrten gesättigt zum Hotel zurück. Hier genossen wir in der hoteleigenen Bar mit Biergarten zum Yachthafen im Sonnenuntergang dann noch ein Glas Rotwein, wobei hier zwei Gläser à 2 dl 17,40 € kosteten.

Nach dem Sonnenuntergang relaxten wir etwas auf unserer Terrasse und spazierten dann noch ein wenig am Hafen entlang, wo wir das schöne Abendrot genießen konnten. Den Abend ließen wir schließlich auf unserer schönen Terrasse ausklingen.

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 6 und 2?

Kommentar von Elchi |

Wow, was für ein tolles Foto! Das ist ja noch besser als in den Erzählungen :)

Bitte addieren Sie 2 und 9.