Finnland 2015 - Tag 6
von Astrid
Durch die Seenlandschaft nach Savonlinna
Nach dem gestrigen Treffen freuten wir uns heute alle auf den Stadtrundgang mit Astrids Freundin. Da wir uns bereits um neun an der Uni treffen wollten, frühstückten wir um acht Uhr im Hotel. Das Hotelfrühstück war im Zimmerpreis inbegriffen. Das Frühstücksbuffet war umfangreich mit Brötchen, karelischen Piroggen, Müsli und Porridge, Joghurt und Früchten und natürlich Säften, Kaffee und Tee. Um viertel vor neun checkten wir aus dem Hotel aus und verluden unsere Taschen ins Auto. Das Auto konnten wir glücklicherweise am Hotel stehen lassen. Langsam machten wir uns zu Fuß auf den Weg zur Universität und da vermeldete auch schon unsere Freundin, dass sie nun mit den Kindern losfahren würde.
Am Parkplatz der Uni fanden wir uns ohne Probleme, allerdings mussten wir feststellen, dass die beiden kleinen Kinder unserer Freundin unserem heutigen Programm einen Strich durch die Rechnung machen würden, denn beide litten unter Bauchschmerzen und Übelkeit. Mit den quengeligen Kindern spazierten wir trotzdem ein wenig über den Campus der Uni, an der unsere Freundin studiert hat. Der Campus ist sehr schön gestaltet mit zahlreichen Gebäuden des finnischen Architekten Alvar Aalto und war jetzt außerhalb der Vorlesungszeit noch sehr ruhig. Wir spazierten ein Stückchen bis zur Philologischen Fakultät, aber den Kindern ging es nicht wirklich besser. Unsere Freundin versorgte uns daraufhin noch mit zahlreichen Tipps, was wir weiter unternehmen könnten und verabschiedete sich mit den Kindern nach Hause.
WIr machten uns – entsprechend ihrer Anweisungen – auf den Weg zum Seeufer, wo wir eine Weile entlang spazierten. Schließlich bogen wir wieder ab in die Stadt, wo wir einige der wenigen historischen Gebäude von Jyväskylä besichtigten, einige Holzhäuser in einem kleinen Carree, die aber auch schon die gesamte "Altstadt" bildeten. Anschließend spazierten wir noch einmal in den Park, durch den wir gestern auch schon zum Hotel zurück gegangen waren und begaben uns zum höchsten Punkt des Parkes, wo sich der Harju Turm befand, der zu einem Museum gehörte und von dem allabendlich um 20 Uhr eine traditionelle finnische Musik gespielt wird. Wir bestiegen den Turm und genossen ein wenig die Aussicht. Leider war die Plattform rundum verglast, sodass es sehr warm und die Luft sehr schlecht war und wir gingen schnell wieder hinunter. Unten angekommen machten wir uns auf den Weg in die Fußgängerzone, um noch einen Kaffee zu trinken vor der Weiterfahrt nach Savonlinna. Die Fußgängerzone von Jyväskylä ist sehr geeignet zum Shopping, Essen gehen oder Kaffee trinken. Erstmal stürmten wir auf der Suche nach Souvenirs eine Buchhandlung und weil uns diese Sprache faszinierte, von der wir gesprochen wie geschrieben so gut wie nichts verstehen konnten. Wir erwarben eine lustige "This is Finland" - Geschichte und den ersten Band der Bücher über die Mumins, die wir vor der Reise nicht kannten, die in Finnland aber jedes Kind kennt, in englischer Sprache.
Nachdem wir in der Fußgängerzone noch schnell ein Cafe besucht und uns mit Teilchen und Kaffee gestärkt hatten, traten wir schließlich die Weiterfahrt an. Eine wichtige Sehenswürdigkeit steuerten wir in Jyväskylä aber noch an, nämlich den Panda Fabrikverkauf etwas außerhalb der Stadt. Panda ist eine in Finnland weit verbreitete Süßigkeitenmarke, die in Deutschland nicht vertrieben wird. Es gibt vor allem Lakritz, aber auch Schokolade und Chips. Wir erwarben einen Jahresvorrat an Lakritz und Schokolade. Mehrere Packungen waren regelmäßig günstiger als einzelne und so gerieten wir in einen kleinen Kaufrausch.
Nun auch mit Proviant bestückt fuhren wir weiter nach Savonlinna, wo wir nach fast dreistündiger Fahrt durch eine wunderschöne Seenlandschaft gegen 17 Uhr ankamen. Leider hatten wir nicht bemerkt, dass man am Hotel einen Parkplatz hätte reservieren müssen. Beim Einchecken teilte man uns mit, dass nun leider erst ab morgen ein Parkplatz frei sei. Wir mussten also das Auto draußen stehen lassen, wobei wir einen Parkplatz direkt vor dem Hotel bekommen hatten, der ab 17 Uhr auch kostenfrei war. Ab 08:00 Uhr morgens würde allerdings eine Parkgebühr von drei Euro in der Stunde anfallen, sodass wir hofften, dass morgen schnell ein Hotelparkplatz für uns verfügbar sein würde. Das Hotel war direkt am Saimaa-See gelegen, wie eigentlich fast alles in Savonlinna. Die Zimmer sind zweckmäßig, aber ansonsten nicht der Favorit unserer Reise. Die Zimmer waren einfach und zweckmäßig. Nachdem wir eingecheckt hatten, machten wir uns dann auch schnell auf einen Spaziergang am See entlang zur Festung Olavinlinna, die schön in der Abendsonne gelegen war. Wir fotografierten ein bisschen und kehrten dann zurück, um ein Restaurant fürs Abendessen zu finden. Da wir nur ziemlich teure Restaurants fanden, entschieden wir uns schließlich für ein Abendessen bei der finnischen Fast Food-Kette Hesburger. Hier war zunächst schon die Bestellung lustig, denn die Verkäuferin sprach zwar englisch, aber englische Beschriftungen gab es nicht und wir belustigten die Dame mit unseren Aussprachevarianten der finnischen Burgernamen. Die Burger schmeckten dann auch ganz gut, sind allerdings auch kein echtes kulinarisches Highlight. Einen Besuch bei der echt finnischen Kette sollte man in einem Finnland-Urlaub aber mal gemacht haben.
Nach dem Essen gingen wir kurz zurück zum Hotel und machten uns dann erneut auf zu einem Spaziergang durch das beschauliche Savonlinna, was ja immerhin auch Detmolds Partnerstadt ist. Wir liefen auf eine Kirche zu und entdeckten unterwegs einen Alko-Laden, wo wir noch schnell unsere Alkohol-Vorräte auffrischten. Wie in Skandinavien üblich, ist Alkohol in Finnland nicht in jedem Supermarkt zu erwerben, sondern nur in Läden der staatlichen Kette Alko oder in Supermärkten mit einer entsprechenden Verkaufsstelle. Um die Kostenexplosion in Grenzen zu halten, erwarben wir diesmal Bier der lappländischen Marke Lapin Kulta, wobei ein acht Dosen umfassendes Paket mit 17 € zu buche schlug. Langsam ahnten wir, warum es einen regelrechten Shopping-Tourismus zwischen Helsinki und Tallin gibt. In Helsinki am Hafen hatten wir bereits Finnen beobachtet, die in großen blauen IKEA-Taschen Bier von der Fähre aus Tallin schleppten. Da die Überfahrt vor allem unter der Woche recht günstig ist und auch nicht lange dauert, dürfte sich dies tatsächlich lohnen. Wir lieferten unsere Einkäufe im Hotel ab und schlenderten noch einmal am Seeufer entlang. Unsere Freundin textete uns, dass es den Kindern inzwischen besser ginge und wir bedankten uns noch einmal für die schöne Zeit in Jyväskylä.
Wir liefen schließlich am Wasser entlang zurück zum Hotel, wo wir bei einer Dose Lapin Kulta den Abend ausklingen ließen. In Savonlinna gefiel es uns gut und wir freuten uns, dass wir morgen noch nicht weiterfahren mussten, sondern in Ruhe die Burg besichtigen und vielleicht eine Bootsfahrt auf dem See würden machen können.
Kommentar von Elchi |
Wow, was für ein tolles Foto! Das ist ja noch besser als in den Erzählungen :)
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