Finnland 2015 - Tag 7
von Astrid
Von Burgen und Seen
Den heutigen Tag nutzten wir für die Besichtigung von Savonlinna. Wir trafen uns um viertel vor neun zum Frühstück, das in unserem Zimmerpreis inbegriffen war und das im benachbarten Restaurant serviert wurde. Mit dem Frühstück waren wir erstmal gar nicht so zufrieden. Es gab keinen Kaffee und die Auswahl erschien uns auch ansonsten spärlich, gab es doch weder Joghurt noch Cerealien oder sonst etwas außer Brot, einer kleinen Auswahl Aufschnitt und Käse. Nachdem wir uns bereits über den fehlenden Kaffee beschwert hatten, entdeckten wir dann jedoch, dass das Buffet im hinteren Teil des Restaurants noch weiter ging. Hier gab es sowohl weitere Kaffeebehälter als auch Tee, Obst, süßes Gebäck, Joghurt, Müsli und verschiedene Säfte. Wir waren einfach zu dumm zum frühstücken!
Da gegen viertel vor zehn unser Parkschein ablief, ging David um zwanzig vor zehn ins Hotel um zu fragen, ob bereits ein Parkplatz auf dem Hotelparkplatz frei war. Wir hatten Glück: Es war bereits jemand abgereist und hatte einen Parkplatz frei gemacht, sodass David das Auto umparken konnte und wir unbeschwert die Besichtigung von Savonlinna starten konnten, ohne uns Sorgen um die sich aufsummierenden Parkgebühren zu machen. Gestärkt und zufrieden mit dem neuen Parkplatz liefen wir schließlich am Saimaa-See entlang zur Festung Olavinlinna, die um zehn für Besichtigungen öffnete. Die so eindrucksvoll im See gelegene Burg wollten wir selbstverständlich auch von innen besichtigen. Über eine Pontonbrücke, die gestern abend bereits weggeklappt war, erreichten wir vom Festland aus die Festung. Für 12 € Eintritt konnten wir die unteren Etagen besichtigen, wobei ein Teil der Festung noch gesperrt war wegen des Bühnenaufbaus der im Juli dort alljährlich stattfindenden Opernfestspiele. Um 11 Uhr gab es eine englischsprachige Führung, mit der man auch zwei der Türme besichtigen konnte und der wir uns anschlossen. Die Führung war informativ und dauerte insgesamt etwa eine dreiviertel Stunde. Dieses Timing war für uns perfekt, denn wir wollten ja auch noch zu einer Bootsfahrt über den Saimaa-See aufbrechen, die um ein Uhr starten sollte.
Wir liefen noch kurz durch die Festung, stellten aber fest, dass wir wohl alles gesehen hatten, was heute frei zugänglich war. Dass die Burg belagert wurde von diversen Schulklassen, die ebenfalls die Festung besichtigten, machte uns den Abschied auch eher leicht. Es ging in den teilweise recht engen Gängen doch etwas drängelig zu. Wir liefen wieder am Ufer entlang zurück zum Marktplatz, an dem auch unser Hotel lag und sondierten hier noch das Angebot, bevor wir um kurz vor eins Tickets für die Bootsfahrt auf der Elviira über den Saimaa-See lösten. Da die Hochsaison schon vorbei war, war auch das Angebot an Bootstouren über den See eher übersichtlich. Wegen des außergewöhnlich schönen Wetters wurde die ein oder andere Sonderfahrt angeboten; ansonsten war wohl um diese Zeit nach den finnischen Sommerferien der Fahrbetrieb schon sehr reduziert.
Die Bootsfahrt bei herrlichem Sonnenschein war auf jeden Fall ein schönes Erlebnis. Sie dauerte etwa eine Stunde und führte zum Archipel des Sees, das im Sonnenschein mit den vielen kleinen Inseln, auf denen zum Teil einsam gelegene, kleine rote Häuschen zu erkennen waren, wirklich malerisch war. Gut können wir uns vorstellen, einfach mal ein paar Tage auf so einer kleinen Insel zu verbringen und zu relaxen.
Nach der Bootsfahrt stürmten wir noch einmal den Marktplatz und erwarben für jeweils fünf Euro eine Waffel mit Nutella einschließlich Kaffee. Ein geradezu sagenhaft günstiger Preis. Die Waffeln schmeckten lecker, der Kaffe war etwas stark, aber die Zwischenmahlzeit tat gut. Wir liefen zurück zum Hotel, das ebenfalls direkt am Marktplatz gelegen war, und holten nun endlich unsere Badesachen. Unser Ziel war der kleine Badestrand auf dem Weg zur Festung. Mit Badezeug, Handtüchern und Büchern bewaffnet machten wir uns auf den Weg zum Strand, wo wir uns erst einmal auf der Liegewiese ausbreiteten. Der direkt an der Stadt gelegene Strand ist klein, aber fein für eine Abkühlung an diesem warmen Tag. Eine Badeplattform war über einen Holzsteg vom Ufer aus zu erreichen, aber man konnte natürlich auch vom Strand in den See. Natürlich badeten wir auch erstmal im See, wobei es schon ein bisschen Überwindung kostete, in das kühle Wasser einzutauchen, aber wenn man erstmal drin war, war es eine wunderbare Erfrischung. Wir schwammen ein bisschen zwischen Ufer und Badeplattform und verbrachten dann den Nachmittag mit Baden und Lesen. Nach den vielen Erlebnissen der letzten Tage tat das auch auf jeden Fall einmal gut, auch um die ganzen schönen Eindrücke ein bisschen zu verarbeiten.
Gegen halb sieben gingen wir zurück zum Hotel, nachdem wir auch so langsam ein wenig Hunger bekommen hatten. Wir hängten die Badesachen zum Trocknen auf und entschieden uns für ein auf der Straßenecke gelegenes Restaurant mit Seeblick. Das Essen war sehr lecker und wir kehrten gesättigt zum Hotel zurück, wo wir der im sechsten Stock gelegenen Bar mit Blick über den See noch einen Besuch abstatteten. Gestern hatte sie leider geschlossen. Wir zahlten für zwei Bier und einen Tee 16 €, was geradezu günstig war. Wir genossen die Sonne, die auf die Dachterrasse schien und sahen dem Sonnenuntergang zu. Ein wunderbarer Ort, um den Tag ausklingen zu lassen.
Kommentar von Elchi |
Wow, was für ein tolles Foto! Das ist ja noch besser als in den Erzählungen :)
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