Finnland 2015 - Tag 9
von Astrid
Ein Tag rund um den Koli-Berg
Den heutigen Tag verbrachten wir im wunderschönen Koli Nationalpark rund um den Koliberg. Wir begannen den Tag wieder um viertel vor neun mit dem Frühstücksbuffet, das wieder sehr reichhaltig war. Diesmal gab es sogar einen Schokoladenbrunnen und Marshmallows, Obst und Kekse zum Tunken. Davids Beschwerden, dass es zu wenig Süßes zum Frühstück gebe, waren damit heute der Wind aus den Segeln genommen. Noch süßer geht es wohl kaum.
Nach dem Frühstück stöberten wir erstmal im hoteleigenen Souvenirshop. Die nette Dame sprach uns auch gleich auf unsere Queritours-Suomi-Tour T-Shirts an und fragte uns, um was für eine Tour es sich handele. Sie fragte sich, ob wir wohl auf einer Radtour durch Finnland wären – leider nein, klingt aber auch nach einer guten Idee. Die Dame erklärte uns auch, dass die Hochsaison in Finnland schon mit den finnischen Sommerferien beendet worden war, was sie persönlich bedauerte, da das Wetter den ganzen Sommer über nicht so gut gewesen sei wie in den vergangenen sieben Tagen. Hatten wir ein Glück! Nachdem wir unsere Beute aus dem (teuren) Shop im Hotel abgeliefert hatten, machten wir uns auf unsere geplante Wanderung. Im Internet hatten wir einen Tourenvorschlag für eine Cafe Tour gefunden, wo man von Cafe zu Cafe wandern konnte und die wollten wir gerne laufen. Hinter dem Hotel hielten wir uns dann erstmal Richtung Seeufer, folgten den Schildern Richtung Hafen und merkten schnell, dass es bis zum See doch einige Höhenmeter zu überwinden galt. Bereits an diesem Punkt schwante uns, dass der Rückweg wohl nicht ganz ohne sein würde. Die Wege waren zwar gut begehbar, aber teilweise auch recht steil. Auch Treppen, die bei der Überwindung der Steilstücke helfen sollten, waren oft steil oder hatten sehr unregelmäßige Stufen. Die Beschreibung bedeutet nicht, dass es sich nicht um einen schönen Weg gehandelt hätte! Der Weg durch den Wald war sehr schön, man sollte sich aber der zu überwindenden Höhenmeter und der Steilstücke bewusst sein. Wir wanderten zum See, querten die im Sommer mit Gras bewachsenen Skipisten und kamen schließlich am Hafen am Seeufer an. Unser erstes Cafe-Ziel war traumhaft direkt am Ufer mit einer Terrasse zum See hin gelegen; leider hatten wir nach dem Frühstück noch kein Bedürfnis nach Kaffee. Der kleine Hafen war ebenfalls sehr malerisch. Wir erfuhren, dass es theoretisch eine Autofähre nach Lieksa auf der anderen Seeseite gibt, aber in diesem Sommer fuhr sie leider nicht. Dafür kann man im Winter die ice route nehmen, die über den zugefrorenen See auf direktem Wege nach Lieksa führt.
Nachdem wir eine Weile am See gesessen hatten, machten wir uns dann wieder auf den Weg, der uns direkt wieder auf einen steilen Aufstieg führte. Unser nächstes Ziel war das Gehöft Mattila, das eigentlich eher Dokumentationsstätte einer historischen Kulturlandschaft ist als Bauernhof. Bewirtschaftet wird es auch allein zu touristischen Zwecken. Und tatsächlich hatte man hier das Gefühl, dass die Zeit stehen geblieben war. Heu wurde hier noch auf klassischen Heuständern getrocknet; viele alte Obstbäume zierten den Garten. Da wir nicht so sicher waren, ob das hier befindliche Cafe überhaupt geöffnet war, liefen wir, nachdem wir uns umgeschaut hatten, weiter zum Koli Village, einem kleinen Dorf ganz im Norden des Nationalparks. Das Dorf ist wirklich klein, es gibt ein Cafe, eine Touristeninfo, die geschlossen war, einen Souvenirshop, der geschlossen war, einen kleinen Supermarkt und eine Kirche, alles um eine Kreuzung zweier Hauptstraßen herum gruppiert. Wir kehrten in dem urigen Cafe ein und tranken eine Tasse Kaffee und genossen ein süßes Munkki und herzhafte, warme Pastete. Alles war sehr lecker.
Gestärkt liefen wir weiter, zunächst zurück nach Matilla, und dann wieder Richtung Hotel, wobei wir einen kleinen Umweg an zwei weiteren Gehöften vorbei nahmen, die aber keine Cafes beherbergen. Man könnte dort an einer Feuerstelle zelten und aus einem Brunnen Wasser holen. Auch eine Kompost-Toilette steht Wanderern zur Verfügung. Da waren wir allerdings froh, dass wir bereits das Wasserklosett im Cafe benutzt hatten.
r wanderten weiter, überwanden letztlich den letzten steilen Anstieg und kehrten zurück zum Hotel. Hier pausierten wir zunächst ein halbes Stündchen und entschieden uns dann, noch einen weiteren kürzeren Rundweg Richtung Ukko Koli zu nehmen. Wir wanderten Richtung Ukko Koli los und stiegen zunächst einmal wieder verdächtig viele Stufen den Berg hinab. Auf dem dann sanfter ansteigenden Weg erreichten wir nacheinander die Aussichtspunkte Paha Koli, Akka Koli und Ukko Koli. Vor allem der Paha Koli war ein durchaus lohnenswerter Aussichtspunkt. Wir genossen noch ausgiebig die schöne Aussicht über den Pielinen See und kehrten schließlich nach noch einmal etwa 3,5 km Wanderweg zum Hotel zurück. Zusammen mit den etwa 7 km von heute morgen sind wir dann auch eine ordentliche, aber keine gigantische Strecke gelaufen.
Im Hotel pausierten wir dann zunächst noch ein bisschen und suchten dann wieder das Hotelrestaurant auf, wo wir uns heute für Hähnchenspieße und Burger entschieden. Alles war sehr lecker und wir konnten das Essen nach unserer Wanderung gut gebrauchen. Da es nach dem Essen auf der Terrasse, auf der wir wegen der schönen Aussicht noch einmal gesessen hatten, zu kühl wurde, setzten wir uns noch ein bisschen in Astrids und Davids Zimmer. Gegen neun unternahmen wir noch einen kurzen Spaziergang nach draußen, zum nahegelegenen Sessellift, der allerdings nur im Winter in Betrieb ist, und zurück. Wir ließen den Tag bei Lapin Kulta und schwarzem Tee ausklingen und freuten uns auf die Weiterfahrt morgen nach Oulu.
Kommentar von Elchi |
Wow, was für ein tolles Foto! Das ist ja noch besser als in den Erzählungen :)
Kommentare
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